Sommer-Notfall-Programm der Bäume…

Ist es Ihnen auch schon aufgefallen? Nach dem trockenen Sommer haben unsere Bäume ihr Notfall-Programm einleiten müssen.

Wie das geht?

Unsere Laubbäume haben die Wahl: entweder  verdursten oder  verhungern. An den Blattunterseiten sitzen die Spaltöffnungen. Diese sorgen für die Transpiration eines Baumes und somit für den Wasserstrom. Wenn sie sehr weit offen sind, verdunsten Bäume viel Flüssigkeit und der Nachschub aus dem Boden mit Wasser und Nährstoffen versorgt und füttert den Baum. Wenn jedoch klar ist, dass unten auch kein Wasser und keine Nährstoffe kommen können weil es trocken zu trocken ist, kommt Plan B als Notfall-Lösung zum Tragen. Der Baum schließt die Spaltöffnungen und somit verdunstet auch nichts mehr, das bisschen Wasser was noch zur Verfügung steht wird versucht zu halten. Wenn das nicht geht, fangen die Blätter an, vom Blattaußenrand zu verwelken. Das ist ein gestresster Rückzug, der ganz anders als der vorbereitete und geordnete Herbst-Rückzug. Die Blätter sind vertrocknet, noch viel Chlorophyll fällt ab und die Photosynthese kann nicht mehr weiter gehen. Der Baum geht geschwächt in den Winter. Selbst wenn es einige Baumarten schaffen, das Chlorophyll noch einzulagern und zu speichern und somit die klassische Herbstfärbung hervorzubringen – sie alle leiden an den Folgen nicht genügend Ressourcen aufgebaut zu haben. Sie werden anfällig für die Widrigkeiten des Baumlebens.

Und was lernen wir von dieser Strategie?

Wie machen wir das, wenn wir im Dis-Stress sind? Wie verhalten Sie sich im Notfall? Und wie bekommen Sie wieder genügend Ressourcen für die kommende Zeit?

Und wenn wir davon wissen – wie können wir diesen ungesunden Ressourcen raubenden Zustand denn überhaupt vermeiden?

VOM WALD

Seine Erde ist wie Teppich weich,

seine Luft ist tröstend wie Balsam,

seine Stimme ist ein Liederton,

schlicht und schlank wie seiner Stämme Wuchs.

Seine Stimme ist ein Liederton. 

Jeden Morgen horche ich und lausche

in dem grünen Rätsel seiner Wohnung.

Jeden Morgen sehen meine Augen, 

die verliebten, seine stummen Wunder,

seine Wunden, denn er ist bald tot. –

Aus den Stämmen quillt das rote Blut – 

seine Wunden, denn er ist bald tot.

                                           Robert Walser

Gehen Sie raus und schauen Sie selbst!

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